Oliver Egger

Ex-Profifußballer, Lehrer, Ombudsmann der ÖFB-Ombudsstelle "Fußball für alle" gegen sexuelle Diskriminierung und Homophobie,

*15.11.92

„Am Ende hab ich eine ,Scheißdraufmentalität‘ entwickelt. Ich wollte mich keine Sekunde länger verstecken. Ich wollte mein Leben selbstbestimmt leben und glücklich sein. Der Wunsch, glücklich zu sein, war stärker als die Angst vor dem Risiko.“

Oliver Egger ist ein ehemaliger Fußballspieler, der in Österreich bekannt wurde, weil er sich 2016 als erster Fußballer des Landes öffentlich als homosexuell geoutet hat. Er spielte als rechter Verteidiger für den FC Gratkorn in der steirischen Oberliga Mitte.

Seine persönliche Erfahrung mit einer Lebenskrise in Bezug auf seine sexuelle Orientierung war geprägt von der Angst vor Diskriminierung und Homophobie im Fußball. Er berichtete von homophoben Bemerkungen und Beleidigungen, die er von Mitspielern, Trainern und Fans erlebte. Diese Vorurteile und Diskriminierung haben ihn in seiner Jugend und während seiner Profikarriere belastet.

Dennoch entwickelte Oliver Egger im Laufe der Zeit eine “Scheißdraufmentalität”. Er entschied sich, sich nicht länger zu verstecken und sein Leben selbstbestimmt und glücklich zu leben. Sein Wunsch, glücklich zu sein, war stärker als die Angst vor dem Risiko, sich zu outen.

Oliver Egger setzt sich aktiv gegen Homophobie im Fußball ein und wurde Ombudsmann der ÖFB-Ombudsstelle “Fußball für alle” gegen sexuelle Diskriminierung und Homophobie. Er betont die Bedeutung von Toleranz und Akzeptanz im Sport und bemüht sich, die Sensibilisierung für LGBTQ+-Themen im Fußball voranzutreiben.

Seine Inspiration besteht darin, die Vorurteile und Diskriminierung gegenüber homosexuellen Fußballspielern zu bekämpfen und die Akzeptanz von LGBTQ+-Personen im Sport zu fördern. Er betont, dass es im Fußball eine ritualisierte Männlichkeit gibt, die Schwulen oft die Männlichkeit abspricht. Er ermutigt schwule Fußballer, selbstbewusst und stolz auf ihre Identität zu sein.

Oliver Egger ist der Meinung, dass es wünschenswert wäre, wenn ein bekannter Profifußballer in Österreich oder anderswo öffentlich als homosexuell in Erscheinung treten würde. Er hält es jedoch für verständlich, dass der Druck auf Profifußballer, sich zu outen, enorm ist, und respektiert die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen.

Seine Geschichte verdeutlicht die Herausforderungen, denen homosexuelle Fußballer immer noch gegenüberstehen, und betont die Bedeutung von Toleranz, Respekt und Verständnis im Sport und in der Gesellschaft.

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